Heilbronn: Erhält die Neckarbühne noch bis zur Buga einen bewirtschafteten Weinpavillon?
Von Brigitte Fritz-Kador
Heilbronn. Die "schwimmende" Neckarbühne steht in unmittelbarer Nähe zum Eingang der Bundesgartenschau und soll auch im Anschluss an den dort entstehenden Neckaruferpark zur kulturellen Vielfalt der Stadt beitragen, und dazu gehört auch der bislang in der Wahrnehmung eher vernachlässigte Wein. Hier, an der Unteren Neckarstraße, mit der Wasserfontäne im seeähnlich breiten Neckar, investierte die Stadt im Rahmen der Neugestaltung dieses Neckaruferbereiches nahezu eine Million Euro allein für die Bühne.
Von den Sitzstufen der Neckarterrassen hat man eine gute Sicht auf diese 380 Quadratmeter große schwimmende Plattform. Sie ist einerseits stadtnah, andererseits umgeben von viel Idylle, die Experimenta ist nur ein paar Schritte weiter. Diese Vorzüge sind in den Anfangsjahren kaum genutzt worden. Das könnte sich jetzt ändern.
Der Hinweis darauf, dass sich in der Nähe die Obdachlosen- und Trinkerszene befände, fruchtet nicht so recht, gab es hier doch nicht mehr auffällige Vorkommnisse als sonst in der Stadt. Im Zusammenhang mit der Bundesgartenschau 2019 und der Neugestaltung des Areals erhält diese Uferzone mit der Neckarbühne noch mehr Bedeutung. Zwar hat es auf der Neckarbühne immer schon Veranstaltungen gegeben, vom Sommerfest einer Partei bis hin zum Rosenmarkt und den Chorfestivals. Für dieses Jahr hat die Heilbronn Marketing GmbH aber auch erstmals einen richtigen "Spielplan" aufgelegt, unter anderen mit einer Reihe von Terminen für den "Weinsommer".
Die schon vor mehr als einem Jahr von dem im Nahbereich angesiedelten Gastronomen Köksal Kilic entwickelte Idee samt Investitionsbereitschaft, hier auch noch einen Weinpavillon zu errichten, zumal die "Weinstadt Heilbronn" noch keine solche Einrichtung hat, wurde von der Bevölkerung teils sogar begeistert aufgenommen, von der Verwaltung aber nicht sofort mit "Hurra" begrüßt.
Das hat sich geändert, aus zwei Gründen. Auch nach dem Absprung der WG Heilbronn-Erlenbach-Weinsberg will Kilic einstiegsbereite Privatinvestoren gefunden haben, und der Entwurf des Heilbronner Architekten Franz Josef Mattes für einen Weinpavillon ist so überzeugend, dass dieser Punkt nun auf der letzten Sitzung der Tagesordnung des Gemeinderates stand.
Nahezu einmütig gab er grünes Licht für den Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan und für das Konzept. Mit den Privatinvestoren wird nun ein städtebaulicher Vertrag geschlossen, im ersten Schritt geht es zwar nur um die Übernahme von knapp 10.000 Euro Planungskosten, aber es wird auch ein "hohes städtebauliches Interesse" festgestellt.
Ob die Fertigstellung bis zur Bundesgartenschau klappt, ist offen, denn man muss auf dem Areal auch noch mit Kampfmittelfunden rechnen. Und vergessen ist auch nicht, dass sich der Neubau der unmittelbar benachbarten Experimenta um Monate verzögerte, weil hier die Archäologen auf bedeutende Funde zur Stadtgeschichte stießen.