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Wilhelmsfeld: Oeldorf scheiterte mit Zuschuss für Kinderbetreuung

Von Thomas Seiler

Wilhelmsfeld. Mit seinen Beschlussvorlagen fiel Bürgermeister Christoph Oeldorf in der jüngsten Gemeinderatssitzung ganz gehörig auf den Bauch. Denn hinter dem Tagesordnungspunkt "Kinderbetreuung in Wilhelmsfeld/Ergebnisse des Arbeitskreises für Kinderbetreuung" verbarg sich nicht nur eine Information über die Situation des Nachwuchses im Luftkurort, sondern auch die Absicht einer Abstimmung.

Es ging dabei um die Schaffung einer Waldkindergruppe, für welche die Verwaltung ermächtigt werden sollte "mit potenziellen Trägern Verhandlungen aufzunehmen". Ferner um die Zustimmung - wie in Heiligkreuzsteinach schon geschehen - gerade bei dem Beitrag für Tagesmütter eine Gleichbehandlung beim elterlichen Beitrag zu schaffen. Oeldorf plante hier eine auf zwei Jahre befristete Bezuschussung in Höhe von einem Euro die Stunde pro Wilhelmsfelder Kind.

Der Rathauschef kam überhaupt nicht dazu, die Vorlagen zu begründen, da Gemeinderat Jochen Peters (FW) sofort den mehrheitlich später angenommenen Antrag stellte, den gesamten Punkt erst einmal an den beschließenden Verwaltungs- und Finanzausschuss zu verweisen. "Das ist eine der originären Aufgaben des Ausschusses", begründete Peters seinen Antrag. Er sitzt übrigens selbst neben Michael Gärtner von der Bürgergemeinschaft Wilhelmsfeld (BGW), Dr. Boris Hoffahrt aus der Fraktion der Grünen Initiative Wilhelmsfeld (GIW) und Alfred Meier (CDU) dort. Erst sollte aus seiner Sicht das Gremium vorberaten und dann die Entscheidung dem Gemeinderat vorgelegt werden, zumal der "Etat keine finanziellen Mittel" vorsehe.

Das sah der Bürgermeister natürlich anders. Für ihn nehme die Kinderbetreuung eine "wichtige und entscheidende Rolle in der Gemeinde" ein und sollte aus "politischen und zukunftsweisenden Gründen" direkt vom Gemeinderat beraten werden. Schützenhilfe erhielt der Bürgermeister ausgerechnet von GIW-Gemeinderat Dr. Jochen Schwarz, mit dem er allerdings gleich zu Beginn der Sitzung einen bitteren Disput ausfocht.

Der GIW liegt nämlich die Einrichtung eines Arbeitskreises zu sozialen Fragen sehr am Herzen. Mit der Zustimmung der anderen Fraktionen beauftragte die GIW schon in der Februarsitzung die Verwaltung damit, die notwendigen Schritte für einen solchen Arbeitskreis einzuleiten. "Der Punkt steht immer noch nicht auf der Tagesordnung", mokierte sich Schwarz über diese mangelnde Wertschätzung einer für ihn so wichtigen Thematik.

"Die Verzögerung liegt am Gemeinderat", gab Oeldorf hier den Ball zurück. Er forderte die Räte dazu auf, erst einmal Themen zu benennen, die man dann hausintern weiterverfolgen könne. "Das kann die Verwaltung nicht noch zusätzlich leisten, denn die steckt bis zur Halskrause in Arbeit", nahm der Rathauschef seine Mitarbeiter in Schutz.

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