Freiburger Missbrauchsfall: Gutachter fordert Therapie für Angeklagten
Freiburg. (dpa-lsw) Im Prozess um den jahrelangen Missbrauch eines Kindes bei Freiburg hat sich der psychiatrische Gutachter für eine Therapie des Angeklagten ausgesprochen. Der 50 Jahre alte Soldat der Bundeswehr müsse dauerhaft betreut werden, sagte der Sachverständige Hartmut Pleines am Dienstag vor dem Landgericht Freiburg.
Es handele sich bei dem Deutschen um einen Pädophilen, es bestehe ein Rückfallrisiko. Dieses sei jedoch nicht so gravierend, dass Sicherungsverwahrung gerechtfertigt wäre. Auch die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus komme nicht in Betracht.
Der Mann hat gestanden, den aus Staufen stammenden Jungen im vergangenen Jahr zweimal vergewaltigt und dafür Geld gezahlt zu haben. Wann ein Urteil gesprochen wird, ist nach Gerichtsangaben noch unklar. Möglich ist ein Urteil demnach aber im Laufe des späten Nachmittags. Für die Plädoyers, die am Nachmittag geplant sind, wird die Öffentlichkeit ausgeschlossen.
Der Junge war mehr als zwei Jahre lang in Internet angeboten und Männern gegen Geld für Vergewaltigungen überlassen worden. Es ist in Freiburg der zweite von mehreren Prozessen, weitere folgen. In dem Missbrauchsfall gibt es insgesamt acht Verdächtige.